Luftsport für Menschen mit Behinderung

Verwirkliche deinen Traum

Der Luftsportverein Kiel e.V. bietet seit 1952 allen Flugbegeisterten die Möglichkeit, sich durch engagierte Mitarbeit den persönlichen Traum vom Fliegen zu erfüllen.

Die Vielfältigkeit der Fliegerei hat dabei zur Bildung der drei Sparten

  •   Segelflug,
  •   Motorflug,
  •   Fallschirmsprung

geführt, in denen unsere Mitglieder ihren Luftsport ausüben.

Bei uns ist nicht das große Geld ausschlaggebend, um mitzumachen, sondern die Begeisterung zur Fliegerei und der Wille, sich mit den eigenen Fähigkeiten in die Gemeinschaft Gleichgesinnter einzubringen. Denn nur gemeinsam können wir unseren Traum leben.

Zwar ist eine gute Gesundheit, die ein Fliegerarzt attestieren muss, die grundsätzliche Voraussetzung zur Teilnahme als verantwortlicher Flugzeugführer; das heißt aber nicht, dass jemand mit einer Behinderung von der aktiven Teilnahme am Luftsport ausgeschlossen ist. Neben der Tatsache, dass einige Behinderungen die Flugtauglichkeit ohnehin nicht verhindern, bieten wir in unserem Verein eine Menge Möglichkeiten der aktiven Teilnahme ohne Flugschein, je nach persönlicher Neigung und Art der Behinderung. Dazu haben wir uns entschlossen, neue Wege zu beschreiten, wie die Angebotsbeispiele der einzelnen Gruppen verdeutlichen.

Sparte Segelflug

In der Segelfluggruppe fliegen wir mit Ein- und Doppelsitzern rund um den Platz, Strecken über Land und ggf. auf Wettbewerben.

 Damit ein Pilot in die Luft kommt, bedarf es einer ganzen Gruppe von Helfern wie Startleiter, Flächenhalter, Startschreiber, Windenfahrer und Seilrückholfahrer. Jeder Pilot und jeder Flugschüler müssen einige dieser Aufgaben übernehmen, bis er, im Flugzeugteam rotierend, selbst starten kann.

Diese Teamaufgaben, ohne die der Segelflugbetrieb nicht möglich ist, können, je nach persönlichen Fähigkeiten, auch von Nichtpiloten, ausgeführt werden. Das heißt, dass auch ein behinderter Mensch einige dieser Aufgaben im Team übernehmen kann, um dann, wenn sie oder er an der Reihe ist, als Besatzungsmitglied zu Vereinskonditionen im Doppelsitzer wie jeder Pilot zum Fliegen zu kommen. Das können dann auch Flüge über Land sein.

Mit einer entsprechenden Ausbildung, die im Verein angeboten wird, kann dann der Pilot durch Übernahme von einzelnen Aufgaben wie Navigation, Luftraumbeobachtung und Flugsprechfunk unterstützt werden.

Je nach Grad der Behinderung wäre es sogar möglich, als „Pilotenschüler“ vorn zu sitzen (der Fluglehrer sitzt hinten) und das Flugzeug, soweit möglich, selbst zu steuern. Denn die gültige Flugtauglichkeit ist gesetzlich für die Alleinflüge vorgeschrieben. Diese Entscheidung würde dann der verantwortliche Fluglehrer treffen.

Sparte Motorflug

Mit dem Motorflugzeug wird individueller geflogen. Hier kann der Pilot sogar alleine zum Flugplatz kommen, das Flugzeug aus dem Hangar holen und seinen geplanten und vorbereiteten Flug durchführen. Dieser findet im weiteren Bereich des Flugplatzes, sowie auf Überlandflügen zu anderen Flugplätzen im In- und Ausland statt.

 Gerade die Flüge, die zu weiten und interessanten Zielen führen, sind eine fliegerische Herausforderung, die einen umfangreichen planerischen Aufwand erfordert. Und auch bei der Durchführung werden durch größeren Aufwand im Bereich der Navigation und des Sprechfunks in deutsch oder englisch höhere Anforderungen an die Aufmerksamkeit der Besatzung gestellt. Dies sind dann die Flüge, die wir gerne gemeinsam mit Kameraden durchführen, zumal wir auch durch die Kostenteilung weitere Strecken zurücklegen können.

Im Motorflug bietet sich daher für Menschen mit Behinderung ein weites Betätigungsfeld. Wir können den Flug gemeinsam vorbereiten und erleben, die notwendigen Kosten aufteilen und je nach Fähigkeit und Neigung Unterstützungsaufgaben übernehmen. Dies kann vertieft werden durch die Teilnahme am Theorieunterricht in der Vereinsflugschule ohne Extrakosten und durch den Erwerb des deutschen oder englischen Flugsprechfunkzeugnisses.

Auch einzelne Rundflüge oder Schnupperflüge mit Fluglehrer sind jederzeit möglich.

Sparte Fallschirmsprung

Die Fallschirmspringer sind die körperlich aktivsten Luftsportler des Vereins. Sie lassen sich von der Absetzmaschine auf 2000 – 3000m Höhe bringen, um dann nach ca. 10 – 30 Sekunden freien Fall sicher mit ihren steuerbaren Flächenschirmen am Zielkreis zu landen.

Durch die Möglichkeit des Tandemsprungs, der üblicherweise sprunginteressierten Gästen angeboten wird, ergibt sich auch für den behinderten Menschen eine aktive Teilnahme am Fallschirmspringen.

Aber auch beim Packen der Schirme und bei administrativen Dingen wird so manche helfende Hand gerne angenommen.

Sollten Sie Interesse an unserem schönen Sport gefunden haben, so zögern Sie nicht, mit uns Kontakt aufzunehmen.
Sie können beim LSV Kiel bei Ute Hölscher, unsere Ansprechpartnerin für behinderte Menschen, unter inklusiv@lsv-kiel.de erreichen.

Also: trauen Sie sich. Ihrer Freizeit eine weitere Aktivität hinzuzufügen. Und wenn Sie alle Informationen noch ein wenig schrecken, so seien Sie sicher; auch am Boden als Mitglied einer fröhlichen Gemeinschaft sind Sie immer herzlich willkommen. Und wenn Sie wollen, auch hier haben wir die eine oder andere Tätigkeit, die uns allen dient.